Herzlich Willkommen in St. Martinus Holzheim

Liebe Gemeindemitglieder in unserer Pfarreiengemeinschaft,
liebe Leserinnen und Leser!


Es ist Herbst geworden. Wir feiern Erntedank, den Dank an unseren Schöpfer für die Ernte und für alle Nahrung, die uns gegeben wird. Wenn man jetzt an den Feldern entlang geht, liegen sie abgeerntet da, Zeichen dafür, dass die Zeiten des Wachstums in Frühling und Sommer vorüber sind. Morgens und Abends ist es schon kalt und die Zugvögel haben sich schon auf den Weg in den warmen Süden gemacht.
So ist der Herbst eine Zeit unter-schiedlicher Eindrücke und Empfindungen: die Freude und der Dank für die Ernte, die Wehmut darüber, dass Wachstum und Fülle vorüber sind, der Ausblick auf den Winter. Solche Zwiespältigkeit wird noch deutlicher, wenn wir den Herbst übertragen auf unser eigenes Leben, wenn wir z.B. vom Herbst des Lebens sprechen.
Im Glauben kennen wir aber neben Freude und Dankbarkeit, Wehmut und Sorge immer auch einen weiten Blick voraus, eine Hoffnung und Zuversicht auf die Zukunft, einen Blick voller Ver-trauen in die Zukunft, voller Hoffnung. Es ist die Hoffnung, die für uns als Christen so zentral ist wie Glaube und Liebe. Traditionell bezeichnen wir die Hoffnung zusammen mit der Liebe und dem Glauben als „Tugend“. Glaube, Liebe und Hoffnung bilden zusammen die „theologischen Tugenden“. Anders ausgedrückt:  Wir habe eine bestimmte Einstellung dem Leben gegen-über, eine Einstellung des Glaubens, der Liebe und der Hoffnung. Für uns als Christen ist das nicht eine psychologische Thematik, nicht ein positives Denken, sondern eine gut begründete Haltung dem Leben gegenüber weil wir wissen, dass Gott die Zeit und die Welt in seinen Händen hält, dass Gott eine Zukunft für uns bereit hält – in diesem Leben und in Ewigkeit.



Der norddeutsche Dichter Theodor Storm hat den Herbst und die Gefühle,
die der Herbst in uns auslöst, in einem Gedicht so beschrieben:

Schon ins Land der Pyramiden
Flohn die Störche übers Meer;
Schwalbenflug ist längst geschie-den,
Auch die Lerche singt nicht mehr.

Seufzend in geheimer Klage
Streift der Wind das letzte Grün;
Und die süßen Sommertage,
Ach, sie sind dahin, dahin!

Nebel hat den Wald verschlun-gen,
Der dein stillstes Glück gesehn;
Ganz in Duft und Dämmerungen
Will die schöne Welt vergehn.

Nur noch einmal bricht die Sonne        
Unaufhaltsam durch den Duft,
Und ein Strahl der alten Wonne
Rieselt über Tal und Kluft.

Und es leuchten Wald und Heide,
Dass man sicher glauben mag,
hinter allem Winterleide
Lieg' ein ferner Frühlingstag.

 

Hier finden wir unsere Gefühle im Herbst beschrieben – und die Hoffnung, das Vertrauen auf die Zukunft: „Dass man sicher glauben mag, hinter allem Winterleide lieg ein ferner Frühlingstag.“
Ich wünschen Ihnen allen eine frohe Herbstzeit und eine vertrauensvolle  Hoffnung in die Zukunft.

Ihre
Jessica Weis, Pastoralreferentin


 

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