Herzlich Willkommen in St. Martinus Holzheim

Liebe Gemeindemitglieder, liebe Leserinnen und
Leser unserer gemeinsamen Pfarrnachrichten!

Am 5. Februar dieses Jahres konnten wir gemeinsam mit dem Jubilar Pfr.
i.R. Josef Ring sein 50jähriges Priesterjubiläum feiern. Unter großer
Beteiligung seiner früheren Gemeindemitglieder konnten wir ihm herzlich
gratulieren und ihm für seinen Dienst auch über die Pensionierung hinaus
Dankeschön sagen. Er selbst und die Mitglieder seines Weihejahrgangs
haben aus diesem Anlass einen Brief geschrieben, der in vielen Medien
veröffentlicht wurde. Persönlich, aber auch im Namen vieler Menschen
aus unseren Gemeinden möchte ich für diesen aufrichtigen Brief danken
und kann nur sagen, dass ich vieles aus diesem Zeilen sehr gut
nachvollziehen und mit unterschreiben könnte.

Liebe Gemeindemitglieder!
Zu diesen Pfarrnachrichten möchte ich gerne einmal
einen Abschnitt aus einem Artikel von Msgr. Wilfried
Schuhmacher, Pfarrer am Bonner Münster, über den
Rheinländer und den Karneval zitieren. Ich finde,
schöner kann man es nicht sagen:

„Vom Rhein. Von der großen Völkermühle. Von der
Kelter Europas. Und jetzt stellen sie sich mal ihre
Ahnenreihe vor - seit Christi Geburt. Da war ein
römischer Feldhauptmann, ein schwarzer Kerl, braun wie eine Olive, der
hat einem blonden Mädchen Latein beigebracht. Und dann kam ein
jüdischer Gewürzhändler in die Familie, das war ein ernster Mann, der ist
noch vor der Heirat Christ geworden und hat die katholische Haus
Tradition begründet. - Und dann kam ein griechischer Arzt dazu; oder ein
keltischer Legionär, ein Graubündner Landsknecht, ein schwedischer
Reiter, ein Soldat Napoleons, ein desertierter Kosak, ein Schwarzwälder
Flözer, ein wandernder Müllerbursch vom Elsaß, ein dicker Schiffer aus
Holland, ein Magyar, ein Pandur, ein Offizier aus Wien, ein französischer
Schauspieler, ein böhmischer Musikant - das hat alles am Rhein gelebt,
gerauft, gesoffen und gesungen und Kinder gezeugt - und - und der
Goethe, der kam aus demselben Topf, und der Beethoven, und der
Gutenberg und der Matthias Grünewald, und - ach was, schau im Lexikon
nach. Es waren die Besten mein Lieber! Die Besten der Welt! Und warum,
weil sich die Völker dort vermischt haben. Vermischt - wie die Wasser aus
Quellen und Bächen und Flüssen, damit sie zu einem großen, lebendigen
Strom zusammenrinnen. Vom Rhein - das heißt vom Abendland. Das ist
natürlicher Adel.“

So schrieb es Carl Zuckmayer in des „Teufels General“. Eine treffende
Beschreibung des Rheinländers:
in seiner Lebensart vermischt sich das italienische „Dolce vita“ ebenso wie
das „savoir vivre“ des Franzosen. „Natürlicher Adel - vom Abendland“,
sagt Zuckmayer, und damit meint er unsere christliche Tradition.

529 gründete Benedikt das Kloster Monte
Cassino in Italien. „Ora et labora - bete und arbeite!“ Das war sein
Erfolgsrezept. Damit haben die Mönche Europa kultiviert.
Zu dieser Kultur gehört auch der Karneval. Er ist nicht bütze, tanzen, jeck
sein, sich verkleiden, weil es schön ist und man Spaß dran hat, sondern
weil es Fastelovend ist, d.h. der Abend vor der Fastenzeit.
Diese, die Fastenzeit, ist nicht eingeführt worden, weil wir uns zu viel
Winterspeck angefuttert haben und Diät halten müssen. Sondern weil sie
uns vorbereitet auf ein großes Fest, auf Ostern. Das höchste Fest der
Christen! An diesem Tag feiern wir, dass Gott seinen Sohn nicht im Tod
gelassen hat, und dass der Tod nicht das letzte Wort im Leben hat. Welch
ein Fest, denn vor dem Tod haben wir alle Angst. Ostern sagt: du brauchst
keine Angst zu haben vor dem Tod, denn das Leben geht danach für Dich
weiter, ewig, im Himmel, bei Gott.

Damit wir ein solches Fest, eine solche Botschaft richtig feiern können,
heißt es vorher "fasten, verzichten". Nur wenn ich merke, dass mir etwas
fehlt, kann ich mich anschließend wieder daran freuen. Oder anders
gesagt: wer jeden Tag Champagner trinkt, weiß nicht mehr, dass es etwas
Besonderes ist!

Deshalb fasten wir und deshalb wird vorher noch einmal kräftig "op die
Tromm gekloppt". Wer nicht fastet, kann kaum richtig Karneval feiern.
Schon Theresa von Avila sagt: „Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn
dann Rebhuhn“.“


Bis hierhin einmal der Text von Msgr. Schuhmacher.
Liebe Gemeindemitglieder, mit diesen Gedanken lade ich Sie alle herzlich
ein, zu den karnevalistischen Veranstaltungen unserer Gemeinden und
natürlich zu den Gottesdiensten am Karnevalswochenende, bei denen wir
uns sehr freuen, wenn große und kleine Leute in ihren Kostümen zum
Gottesdienst kommen.
„Wenn fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn dann Rebhuhn“
Nach der „Zeit des Rebhuhns“ kommt dann die Zeit des Fastens und ich
lade Sie alle ebenso herzlich zur Teilnahme an den Gottesdiensten des
Aschermittwochs und der ganzen Fastenzeit ein. Sie können die
besonderen Gottesdienste diesen Pfarrnachrichten und den jeweiligen
Einlegeblättern für die einzelnen Gemeinden entnehmen.

Ihr und Euer Pastor Michael Tewes

 







 

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